Zu Gast bei
...

blu:prevent #vollfrei

https://www.instagram.com/bluprevent/

“Das Thema Sucht hat mich gedanklich schon mein ganzes Leben bewegt und fasziniert. Sowohl in meiner Familie mütterlicher, wie auch väterlicherseits hat die Abhängigkeit von Alkohol eine Rolle gespielt. Als ich etwa 3 Jahre alt war nahm sich meine Oma das Leben. Damals habe ich überhaupt nicht verstanden, warum ein Mensch so etwas macht. Ich selbst habe früh für mich entschieden, dass ich niemals Alkohol trinken werde und habe dieses Versprechen mir selbst gegenüber bis heute eingehalten. Heute weiß ich, dass ich diese Entscheidung damals aus meinen unschönen Erfahrungen mit dieser Droge durch meinen alkoholabhängigen Großvater getroffen habe. Als ich älter wurde und die ersten Beziehungen führte, wurde diese große Angst vor Alkohol zu einem echten Problem. Später begegnete mir in einer Partnerschaft die Abhängigkeit von illegalen Substanzen. Ich habe mich am Ende dieser Beziehung immer mehr selbst verloren und zum ersten Mal begriffen, was meine Oma damals soweit hatte gehen lassen. Ich habe mich nach der Trennung von meinem Expartner intensiv mit dem Thema der Abhängigkeit befasst und erkannt, dass ich schon früh co-abhängige Strukturen aufgebaut habe, weil ich sie einfach nicht anders kennengelernt habe. Ich habe erkannt, dass Sucht ein Thema ist, dass auch immer die ganze Familie betrifft und jeder bei sich ansetzen darf, um dieses System zu heilen. Das Suchtsystem macht alle Angehörigen, die in ihm stecken auf Dauer krank. Ich bin unendlich froh, dass ich dies für mich erkannt und meinen Weg hinausgefunden habe. Heute unterstütze ich andere Menschen, insbesondere Frauen dabei ihre Co-Abhängigkeit anzunehmen und einen Weg zurück in ihre eigene Kraft und Stärke zu finden. Auf diesem Wege bin ich meiner verstorbenen Oma so nah wie noch nie und habe mein Herzens-/Lebensprojekt gefunden. DANKE 💜⁠”

Westdeutsche Zeitung

YouTube

Flaschengeist

NACOA Deutschland

Sucht und Ordnung

Geschätzte InterviewpartnerInnen

© 2022 by Jil Rieger